Der Verbraucherverband hat vor einiger Zeit erklärt, dass er mit den Internetanbietern KPN und Ziggo unzufrieden ist. Seiner Ansicht nach dominieren diese Anbieter den Internetmarkt und sorgen dadurch für viel zu hohe Internetpreise. Der Verbraucherverband ist der Meinung, dass die ACM (Autoriteit Consument & Markt) eingreifen muss, da das Internet in den Niederlanden viel zu teuer geworden ist!
Ist das Internet in den Niederlanden zu teuer?
Aufgrund der marktbeherrschenden Stellung von Ziggo und KPN auf dem Internetmarkt zahlen die Niederländer laut dem Verbraucherverband schon seit Jahren zu viel für ihren Internetanschluss. Ihrer Ansicht nach gibt es zahlreiche Anzeichen dafür, dass der Wettbewerb zu gering ist und dies zu viel zu hohen Preisen führt. Die beiden Anbieter halten laut dem Verband derzeit mindestens 75 % des Marktes. KPN ist derzeit damit beschäftigt, sein Kupfernetz durch Glasfaser zu ersetzen. Der Verbraucherverband erklärt, dass dies zur Folge habe, dass Verbraucher letztendlich nur noch zwischen Kabelinternet von Ziggo oder Glasfaser von KPN wählen könnten. Die Preise der Anbieter liegen dicht beieinander, gehören aber auch zu den höchsten in Europa. Andere Anbieter dürfen das Glasfasernetz zwar nutzen, doch auch hier sieht der Verbraucherverband einen Haken.
Nutzung des Glasfasernetzes
Was dem Verbraucherverband auffällt, ist, dass es anderen Anbietern, die das Glasfasernetz von KPN nutzen, nicht gelingt, günstiger zu sein als die KPN-Anbieter. Odido hat beispielsweise zwar einen niedrigeren Tarif als KPN, der im Durchschnitt 6,50 bis 8,50 Euro günstiger ist, aber das Netz von Odido ist wiederum bei weitem nicht überall in den Niederlanden verfügbar. Der Verband verweist auf eine Preisumfrage der Europäischen Kommission, aus der hervorgeht, dass man in den Niederlanden im Durchschnitt 10 Euro mehr für einen 100-Mbit-Vertrag zahlt als im restlichen Europa. In den Niederlanden zahlen wir durchschnittlich 30 Euro pro Monat für einen solchen Vertrag, während der Durchschnittspreis in Schweden bei 17 Euro liegt.
Laut der ACM sind Wechselrabatte ein Beweis für das Funktionieren des Marktes, doch der Verbraucherverband weist darauf hin, dass Verbraucher dennoch nicht schnell den Internetanbieter wechseln. Gründe dafür sind unter anderem der damit verbundene Aufwand, zu geringe Preisvorteile und die Abneigung, eine E-Mail-Adresse aufzugeben.
Fazit des Verbraucherverbands
Der Verbraucherverband kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass der Internetmarkt derzeit durch das Vorgehen von Ziggo und KPN blockiert ist. Dies führt zu immer weniger Auswahl und immer höheren Preisen für die Verbraucher. Der Verbraucherverband fordert die ACM auf, einzugreifen und gegen KPN und Ziggo vorzugehen, damit das Internet in den Niederlanden wieder erschwinglicher wird. Ziggo und KPN haben sich bislang noch nicht zu dieser Situation geäußert.