geschrieben von am 25. März 2025
KI und Nachhaltigkeit

Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass der Einsatz von KI viel Energie verbraucht und sich daher nicht unbedingt positiv auf die Umwelt auswirkt. Diesem Thema wird zwar bereits etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt, doch 55 % der Niederländer sind der Meinung, dass hier noch mehr getan werden könnte. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die künstliche Intelligenz in großem Umfang einsetzen, sich aber gleichzeitig zur Nachhaltigkeit bekennen. Können Unternehmen KI nutzen, um ihr eigenes Nachhaltigkeitsproblem zu lösen? Darauf gehen wir in diesem Artikel näher ein! 

Welche Auswirkungen hat KI auf das Klima? 

Die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf das Klima sind weitaus größer, als die meisten Menschen glauben. Bereits heute verursacht unser digitales Leben 4 % aller weltweiten Emissionen. Damit ist es umweltschädlicher als der Luftverkehr. Untersuchungen zeigen, dass dieser Anteil mit der neuen KI-Technologie auf 14 % steigen könnte. Der Einsatz von KI hat also zweifellos erhebliche Auswirkungen auf das Klima. So verursachte das Trainieren von ChatGPT im Jahr 2024 500 Tonnen Treibhausgase. Das entspricht der Menge, die tausend Autos bei einer Fahrt von tausend Kilometern ausstoßen. Jede Frage, die man ChatGPT stellt, verursacht 4 Gramm CO2-Emissionen. Das entspricht der Produktion einer Plastiktüte und ist zehnmal so viel wie eine normale Google-Suche. Wenn dies im gleichen Tempo weitergeht, verbraucht ChatGPT bis 2027 so viel Strom wie die gesamten Niederlande zusammen.  

Unternehmen, die KI einsetzen 

Die meisten Emissionen stammen natürlich von Unternehmen, die künstliche Intelligenz in großem Umfang einsetzen. Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil der Niederländer der Meinung ist, dass Unternehmen, die behaupten, nachhaltig zu sein, aber gleichzeitig viel KI einsetzen, unglaubwürdig sind. Das ist auch nicht verwunderlich, denn der großflächige Einsatz künstlicher Intelligenz ist derzeit nicht besonders nachhaltig. Experten plädieren in einigen Fällen bereits für eine KI-Steuer, vergleichbar mit der derzeitigen Regelung in der Luftfahrt. Schließlich ist es schwierig, die Verantwortung allein bei Unternehmen oder allein bei Verbrauchern zu verlagern. Daher ist es wichtig, dass die Regierung den Einsatz von KI und die Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit mit entsprechenden Maßnahmen kontrolliert und reguliert.  

Können wir KI ihr eigenes Nachhaltigkeitsproblem lösen lassen?  

Könnten wir das durch KI verursachte Nachhaltigkeitsproblem auch mit KI lösen? Das ist die Frage, mit der sich Forscher derzeit intensiv beschäftigen. Obwohl künstliche Intelligenz viel Energie verbraucht, hat sie bereits viele Nachhaltigkeitsprobleme in verschiedenen Branchen gelöst oder gemildert. So kann KI in Gebäuden den Energieverbrauch durch den Echtzeit-Einsatz von Heizung und Kühlung erheblich senken. Dies kann bereits zu Einsparungen von bis zu 40 % pro Gebäude führen. Ideal für große Bürogebäude oder Fabriken. Auch in Rechenzentren beginnt der Energieverbrauch nun dank KI zu sinken, da diese die Prozessoren effizienter macht. Neue Prozessoren von NVIDIA verbrauchen beispielsweise bereits 20-mal weniger Energie als herkömmliche Prozessoren! 

Künstliche Intelligenz ist auch für den Einsatz intelligenter Energienetze von Bedeutung. Dies geschieht durch den Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Echtzeit und die bessere Integration erneuerbarer Energiequellen in die Netze. Dadurch wird auch einer Überlastung der Energienetze, beispielsweise durch Solaranlagen, entgegengewirkt. Schließlich beschleunigt KI die Entwicklung sauberer Technologien. Denken Sie beispielsweise an verbesserte Solarzellen und alternative Proteine. Diese Art von Innovationen sorgt langfristig für deutlich weniger Emissionen und Umweltverschmutzung! 

Wie sieht es denn mit generativer KI aus? 

Die Art von künstlicher Intelligenz, die den größten Energieverbrauch verursacht, ist die generative KI. Man denke beispielsweise an die Erzeugung von Bildern. Solche Aufgaben verbrauchen manchmal genauso viel Energie wie das vollständige Aufladen eines Smartphones. Die Erzeugung von Bildern mittels KI steht also nicht unbedingt ganz oben auf der Nachhaltigkeitsskala. Die Textgenerierung ist dagegen 160-mal energieeffizienter, sodass diese Aufgabe wieder nicht so schlimm ist. Dennoch könnten die KI-Modelle selbst auch deutlich energieeffizienter sein, wie Untersuchungen von DeepSeek zeigen. Rechenzentren, die für die KI-Verarbeitung genutzt werden, sind für 2,5 % bis 3,7 % der weltweiten Emissionen verantwortlich. Derzeit ist der KI-Anteil an den globalen Emissionen des Datentechnologiesektors mit 0,1 % noch relativ gering. Das entspricht in etwa den jährlichen Emissionen Schwedens.  

Ist eine KI-Steuer eine gute Idee?  

Viele Menschen sprechen sich für eine KI-Steuer aus, aber ist das eigentlich eine gute Idee? Wir wissen inzwischen, dass künstliche Intelligenz gerade auch dazu beitragen kann, Energie zu sparen und Emissionen zu reduzieren, insbesondere bei großen Unternehmen. Aber werden große Unternehmen diese Anwendungen noch genauso nutzen, wenn eine KI-Steuer eingeführt wird? Das würde sie schließlich eine Menge zusätzliches Geld kosten. Dies könnte also auch der Innovation im Bereich nachhaltiger Technologien im Wege stehen. Ein guter Mittelweg ist hier wichtig, statt einer generellen KI-Steuer. Regierungen sollten hierfür speziell den KI-bezogenen Energieverbrauch pro Unternehmen betrachten und prüfen, welche Einsparungen durch Innovationen zusätzlich erzielt werden. So können wir gemeinsam dafür sorgen, dass KI einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in Unternehmen leistet!