Die Niederlande führen die Liste der Länder mit den meisten Cybervorfällen auf ihren Servern an. Im dritten Quartal dieses Jahres ereigneten sich nämlich fast zweihundert Millionen Vorfälle auf Servern, die in unserem Land betrieben werden. Das entspricht 41 % aller Cyberangriffe weltweit. Aber warum sind ausgerechnet die Niederlande immer wieder das Opfer? In diesem Artikel erzählen wir dir mehr darüber!
Kaspersky Security Network
Die Zahlen, die dies belegen, stammen aus der Liste des Kaspersky Security Network. Diese Liste wird bereits seit 2013 geführt, und in diesem Jahr stehen die Niederlande zum ersten Mal an der Spitze. Im Zeitraum von Juli bis einschließlich September 2024 ereigneten sich über die Server in Amerika mehr als 116 Millionen Cybervorfälle. An dritter Stelle folgt Deutschland mit dreizehn Millionen Angriffen. Damit hat die USA einen Anteil von 25 % aller Cyberangriffe weltweit und Deutschland nur 3 %. Vergleichen Sie das also mit den Niederlanden, auf deren Servern im dritten Quartal dieses Jahres 41 % der weltweiten Cyberangriffe stattfanden.
Zunahme von Cybervorfällen in den Niederlanden seit 2022
Laut dem Bericht des Kaspersky Security Network stieg die Zahl der Cybervorfälle auf niederländischen Servern Anfang 2022 plötzlich sprunghaft an. Zu diesem Zeitpunkt belegte die Niederlande den dritten Platz auf der weltweiten Liste der Servermissbräuche. Es dauerte nicht lange, bis unser Land auf den zweiten Platz vorrückte, wobei nur noch die USA mit ihrer hohen Zahl an Cyberangriffen vor ihr lagen. Bis einschließlich des zweiten Quartals 2024 blieb die Niederlande auf dem zweiten Platz, doch im letzten Quartal änderte sich dies. Nach Mitte 2022 ging die Zahl der Angriffe in unserem Land zwar wieder etwas zurück, dennoch standen wir im dritten Quartal auf dem ersten Platz, sogar noch vor den USA.
Die Niederlande sind bei Cyberkriminellen beliebt geworden
Es scheint also, als sei unser Land plötzlich zu einem Paradies für Cyberkriminelle geworden. Vergleicht man nämlich den Anteil der Niederlande im dritten Quartal mit dem von vor drei Jahren, ergibt sich ein prozentualer Unterschied von 36 %. Im Jahr 2021 lag dieser bei 5 % und in diesem Jahr somit bei 41 %. Warum dieser Anstieg so enorm ist, kann der IT-Sicherheitsexperte nicht so schnell erklären. Im Jahr 2023 sank die Zahl der Cyberangriffe auf niederländische Server wieder um mehr als hundert Millionen. Doch leider scheint es in diesem Jahr wieder einen Anstieg der Vorfälle zu geben, wodurch wir weiterhin an erster Stelle stehen.
Woher stammen diese Daten?
Das Kaspersky Security Network erstellt diese Liste anhand der Daten, die es im Zuge eines Cyberangriffs erhält. Wird ein Kunde des IT-Sicherheitsanbieters online angegriffen, wird die Quelle dieses Angriffs erfasst. Eine WebAntivirus-Komponente ermittelt anschließend den Standort der Bedrohung. Ihre Analyse konzentriert sich auf Malware-Proben, die häufig in mehreren Ländern weltweit gefunden werden. Eine Erklärung für die Spitzenposition der Niederlande könnte unsere Rolle im transatlantischen Internetverkehr sein. Dieser läuft zu einem großen Teil über den Amsterdamer Internet Exchange. Unsere gute Infrastruktur ist für Cyberkriminelle sehr attraktiv, da sie auf diese Weise leicht viele Unternehmen überall auf der Welt erreichen können!