Google musste sich vor einem US-Gericht verantworten. Grund dafür war die marktbeherrschende Stellung, die Google auf dem Online-Werbemarkt einnimmt. Das Gericht befand, dass Google gegen das Kartellrecht verstoßen habe, was in einigen Jahren erhebliche Folgen haben könnte. Google wird höchstwahrscheinlich alles tun, um dieses Verfahren zu verzögern, doch auf den Online-Werbemarkt kommen große Veränderungen zu!
Welche Auswirkungen hat dieses Urteil im Rechtsstreit gegen Google?
Dass das Urteil des US-Richters weitreichende Folgen haben wird, steht fest. Dies wird jedoch noch eine Weile dauern, da Google nach dem Prozess angekündigt hat, gegen das Urteil des Richters in Washington Berufung einzulegen. In diesem Urteil hieß es, dass „Google ein Monopolist ist und so gehandelt hat, um diese Position sicher zu behalten“. Im schlimmsten Fall (für Google) müsste das Unternehmen von Alphabet seine lukrativen Suchmaschinengeschäfte einstellen. Das bedeutet, dass Google seine immens hohen Werbeeinnahmen verlieren würde. Dies wäre nicht gut für das Unternehmen, da der Werbemarkt mehr als drei Viertel des Umsatzes von Alphabet ausmacht. Bislang hat das Gericht jedoch lediglich festgestellt, dass Google gegen das US-Wettbewerbsrecht verstößt. Welche Sanktionen das Gericht gegen das Unternehmen verhängen wird, ist noch nicht bekannt.
Was war der Anlass für die Klage gegen Google?
Google hat sich ein Monopol auf dem Werbemarkt aufgebaut, doch das ist nicht das einzige Problem. Das Unternehmen missbraucht nämlich auch diese Monopolstellung. So zahlte Google allein im Jahr 2021 26,3 Milliarden Dollar, um sicherzustellen, dass seine Suchmaschine auf Smartphones und in Browsern als Standard voreingestellt ist. Dies natürlich mit dem Ziel, seinen dominanten Marktanteil zu behalten. Apple erhält jährlich den höchsten Betrag dafür, Google als Suchmaschine zu integrieren. Dies geht natürlich zu Lasten anderer Suchmaschinen und Werbetreibender, die nicht über die Mittel verfügen, so viel Geld für solche Vereinbarungen auszugeben. Das Geld, das Google ausgibt, verdient es schließlich durch die hohen Kosten, die es für die Werbung in der Suchmaschine verlangt, schnell wieder zurück. Newcomer, die vielleicht sogar bessere Suchmaschinen haben, haben so keinerlei Chance.
Google mag keine Konkurrenz
Dass Google einen hohen Marktanteil hat, ist also nicht das Problem. Das ist schließlich nicht verboten. Das Problem ist, dass das Unternehmen alles daran setzt, seine Konkurrenz einzuschränken, und das darf nicht sein. Selbst mit ihrem hohen Budget und ihrer großzügigen Rechtsberatung gelang es Google nicht, diese Missstände vor Gericht zu rechtfertigen. So versuchten die Anwälte des Unternehmens, die Jury davon zu überzeugen, dass sie keine Suchmaschine seien, sondern lediglich Fragen von Menschen beantworteten. Der Richter sah das jedoch ganz anders. Das Urteil des Richters in diesem Rechtsstreit wird die Position von Google auf dem Werbemarkt grundlegend verändern, aber hoffentlich wird es auch die Behörden stärker ermutigen, gegen Big-Tech-Unternehmen wegen rechtswidrigen Verhaltens vorzugehen.
Was denkst du, ist das ein guter Schritt nach vorne?