verfasst von am 5. Dezember 2024
Seekabel

Die Stiftung „Digitale Infrastructuur Nederland“ drängt darauf, dass die Niederlande wirksamere Maßnahmen ergreifen müssen, um das Land wieder widerstandsfähig gegen Bedrohungen von außen zu machen. Leider scheint es nämlich so, als habe die Gefahr von Sabotageakten an Seekabeln und anderen Störungen des Internets in letzter Zeit erheblich zugenommen. Es ist daher wichtig, dass die Niederlande ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber solchen Bedrohungen stärken!


Mehr Redundanz und Abbau der Monokultur 

In den Niederlanden herrscht nach wie vor eine Monokultur im Bereich der Internetnetze und Glasfaserkabel. Das bedeutet, dass viele Netzwerke über keine Ersatzkabel oder -systeme für den Fall einer Störung oder Sabotage verfügen. Dies ist in unserem Land im digitalen Bereich noch immer weit verbreitet. Die Monokultur führt nun zu großen Risiken im finanziellen und digitalen Bereich. Wenn Sabotage an Seekabeln stattfindet, können wichtige Netzwerke einfach ausfallen, da sie keine Ausweichmöglichkeiten haben. Dieses Problem wurde natürlich schon vor einiger Zeit sehr deutlich, als Flughäfen und Krankenhäuser durch das Update des Antivirenprogramms von Microsoft lahmgelegt wurden.  

Wie sorgt man für mehr Redundanz?

Nun stellt sich natürlich die Frage: Wie sorgt man dann für mehr Redundanz in den Niederlanden? Laut dem politischen Berater Marijn van Vliet wäre es gut, wenn wir uns ein Beispiel an Deutschland nehmen würden. Dort sorgt das Zentrum für digitale Souveränität (ZenDiS) dafür, dass die Regierung weniger anfällig ist. Diese Initiative sorgt auch dafür, dass verstärkt Open-Source-Software zum Einsatz kommt. Dank ZenDiS verfügt die deutsche Regierung über eine Exit-Strategie – genau das fehlt uns in unserem Land derzeit leider. Dank dieser Initiative können öffentliche Einrichtungen jederzeit auf eine Alternative zurückgreifen. Das macht die Einrichtungen unabhängiger und somit auch sicherer!

Das geht doch auch in den Niederlanden, oder?

Ja, das müsste also sicherlich auch in den Niederlanden möglich sein. Die gesamte Open-Source-Software wird miteinander verknüpft, anschließend werden Wartung und Patches an einen Dienstleister ausgelagert und das Hosting übernimmt ein Cloud-Anbieter. Das Ministerium für Inneres und Königreichsbeziehungen muss dies in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium in Angriff nehmen. Aber neben diesem Problem haben wir natürlich auch noch die anfälligen Seekabel bei den Niederländischen Antillen. In diesem Gebiet gibt es nur zwei Glasfaserkabelrouten, die beide denselben Anbieter haben. Wenn hier etwas schiefgeht, liegt die gesamte Karibik lahm. Hier muss also eigentlich ein zusätzliches Kabel verlegt werden. Das Verteidigungsministerium führt derzeit Gespräche mit DINL über die physische Sicherung der Seekabel.